Wie funktioniert das Ranking?

Vom Punkteverfahren bis zur Gewichtung

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Wer ist Erster, wer Letzter? Was sagt mir „meine“ Punktzahl? Wie eng liegt das Feld beieinander – und wie schneidet die Nachbarstadt im „Derby“ ab? Die wichtigste Lesehilfe für das Deutschlandranking lautet: Schauen Sie auf die Punkte! Diese sind mindestens genauso entscheidend wie die Rangplatzierungen – oft geben sie sogar noch bessere Hinweise zur Einschätzung einer Region. Erst vor diesem Hintergrund ergibt sich ein differenzierteres Bild.

Spitzenreiter München erlangt 207 Punkte, Gelsenkirchen findet sich auf dem letzten Rang mit 109 Punkten wieder. Die Regionen auf den Rängen dazwischen liegen oft sehr nah beieinander. Viele erreichen die gleiche oder nur marginal unterschiedliche Punktzahlen.

Aber von vorne: Die 401 Kreise und Städte wurden anhand von 53 sozioökonomischen Kritierien (genannt: Indikatoren) bewertet - darunter die Arbeitslosenquote, die Erreichbarkeit des nächsten Krankenhauses und die Bar- und Restaurantdichte. Jede Region konnte dabei maximal 300 Punkte erreichen, 100 Punkte pro Kategorie. Die Kategorien lauten: „Arbeit & Wohnen“, „Gesundheit & Sicherheit“ und „Freizeit & Natur“.

Wie kommt man an die Punkte?

Für jeden Indikator kann eine Region Punkte sammeln. Beispiel Arbeitslosenquote: Hier werden zehn Gruppen gebildet, die jeweils 1,5 Prozentpunkte auseinander liegen. In die höchste Gruppe wird eingeordnet, wer eine Arbeitslosenquote von unter 1,5 Prozent hat. Diese Gruppe erhält 10 Punkte. 9 Punkte werden für 1,6 bis 3,0 Prozent vergeben, 8 Punkte für 3,1 bis 4,5 Prozent usw. – 1 Punkt für eine Arbeitslosenquote von über 13,5 Prozent.

Gewichtung der Indikatoren

Je Themenbereich („Arbeit & Wohnen“, „Gesundheit & Sicherheit“, „Freizeit & Natur“) lassen sich maximal 100 Punkte erzielen. Da jedoch mehr als zehn Indikatoren je Themenbereich eingeflossen sind, werden die Indikatoren bzw. ihre Punktzahl gewichtet. Je nach der relativen Bedeutung eines einzelnen Indikators für den Themenbereich, wird eine unterschiedliche Gewichtung zwischen 0,125 und 1 (12,5 Prozent bis 100 Prozent) durch Rating angesetzt. Hierbei wird die Gesamtpunktzahl (100 Punkte je Themenbereich) auf die einzelnen Indikatoren – je nach ihrer Bedeutung – verteilt (point allocation).

Besonders wichtige Indikatoren gehen mit 100 Prozent in die Wertung ein, so etwa die Arbeitslosenquote. Wenn ein Kreis also etwa aufgrund seiner besonders geringen Arbeitslosenquote die Höchstwertung von 10 Punkten erhält, so werden ihm im Themenbereich „Arbeit & Wohnen“ 10 Punkte angerechnet.

Der Schuldenstand öffentlicher Haushalte je Einwohner geht dagegen nur mit 50 Prozent in die Bewertung mit ein. Wer hier die volle Punktzahl von 10 Punkten erzielt, bekommt dafür in der Zusammenführung im Bereich „Arbeit und Wohnen“ 5 Punkte (10 Punkte x 50 Prozent) angerechnet. Die geringe Gewichtung dieses Faktors ist u.a. dadurch begründet, dass er mit dem ebenfalls mit 50 Prozent gewichteten Faktor „Private Schuldner je 100 Einwohner“ zu einer Gruppe „Verschuldung“ zusammengeführt wird.

Ist ein Kreis bei jedem Indikator top, so kann er – theoretisch – in jedem der drei Themenbereiche auf 100 Punkte kommen und somit die Maximalzahl von 300 Punkten erreichen. Praktisch jedoch hat dies kein Kreis und keine Stadt erreicht.

Ränge nah beieinander

Im Ergebnis sind die Ränge oft nah beieinander.  So trennen im Gesamtranking beispielsweise den Rang 200 (Brandenburg an der Havel, 167,6 Punkte = 168 Punkte) weniger als 2 Punkte von Rang 220 (Rastatt, 165,7 Punkte = 166 Punkte). Dazwischen liegen 19 Kreise mit ähnlicher Punktzahl. Somit können lediglich kleine Unterschiede bei den Punkten zu hohen Abweichungen in den Rangpositionen führen.